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Die Zucht von Australischen Schecken

Klaus Töller, DSV 997

Der Australische Schecke ist eine Mutation, die wir seit den sechziger Jahren bei uns kennen. Durch fehlendes Pigment (Dunkelfarbstoff Melanin) in örtlich begrenzten Regionen entstehen helle Gefiederstellen an den Flügelkanten auf dem Flügel, Schwingen, Schwanz, Brust und Nacken In der Grünreihe sind diese gelb und in der Blaureihe weiß. 
Jedoch ist die Festigung von Detailzeichnungsmerkmalen noch nicht richtig erforscht, dies erklärt die manchmal recht Überraschenden Zuchtergebnisse in Bezug auf die Scheckung.

Die ersten Australischen Schecken traten 1935 in Sydney auf. Etwa 1962 wurden die ersten Exemplare von DSV-Züchtern von England nach Deutschland geholt. Sie fanden bei uns großen Zuspruch und wurden mit den besten Normalen verpaart. Im Jahre 1964 wurden sie erstmalig auf 
der Bundesschau in Duisburg ausgestellt und bewertet.

Von Beginn an hatten die Australischen Schecken eine hohe Qualität. Deshalb errangen sie höchste Ehren auf unseren Bundesschauen. Dies konnte nicht überraschen. Zur damaligen Zeit war der Qualitätsunterschied zwischen englischen und deutschen Züchten gewaltig, 
deshalb stellte jeder Zukauf, egal um welchen Farbschlag es sich handelte, einen Qualitätssprung dar.

Die Vererbung der Australischen Schecken ist dominant. Es gibt keine Scheckenart, auf die Größe und Typ so schnell übertragbar war wie bei den Australischen Schecken.

Die bestgezeichneten Schecken fallen aus der Verpaarung: Australische Schecke x normal oder opalin.Verpaart man zwei Australische Schecken miteinander; so ist es möglich, daß einige Nachkommen sehr hell gezeichnet sind und unserer Musterbeschreibung nicht mehr entsprechen.

So soll der Australische Schecke aussehen:

Die Körperfarbe kräftig und leuchtend wie bei den Normalen.
Füße und Beine fleischfarben.
Eine vollständige Kette mit 6 großen runden Kehltupfen, von denen die beiden äusseren von den violetten Wangenflecken teilweise verdeckt werden. Die Nasenhaut bei Hähnen blau, rosa oder blau-rosa gescheckt.
Bei Hennen braun wie beim Normal-Vogel. Die Augen dunkel mit Irisring. Wellenzeichnung schwarz auf gelbem oder weißem Grund.

Aufhellung: 
Australische Schecken sollen einen gut sichtbaren Nackenfleck haben.
Die Aufhellung der Flügelkanten soll bis zum Flügelbug reichen.
Die langen Schwung- und Schwanzfedern sind gelb oder weiß (weiß in der Blaureihe). Im Idealfall haben die Australischen Schecken
ein 12 mm breites Brustband quer über dem Körper oberhalb der Oberschenkel.
Daher stammt
auch der Name Bandschecke. Nach der heutigen Richtpraxis können dunkle Schwanz- oder Schwungfedern sowie fehlende Kehltupfen mit Punktabzug bei der Bewertung auf einer Ausstellung bestraft werden.
Es gibt Schecken mit Einzelfaktor und Schecken mit Doppelfaktor.
Wie man sie züchtet, ist aus den nachfolgenden Verpaarungsbeispielen zu ersehen.

Die Vererbung:

EF = Einzelfaktor; DF = Doppelfaktor

Schecke EF x Normal = 50 % Schecken EF 50 % Normale

Schecke EF x Schecke EF = 50 % Schecken EF 25 % Schecken DF 25 % Normale

Schecke DF X Normale = 100 % Schecken EF

Schecke DF x Schecke EF = 50 % Schecken EF 50 % Schecken DF

Die angegebenen Prozentzahlen können nur als Richtwert gelten.
Es kann vorkommen, daß z.B. aus der Verpaarung Schecke EF x Schecke EF nur normale Vögel fallen oder aus Schecke EF x Normal nur Schecken fallen. Denn bei den Prozentzahlen wird immer von einer großen Anzahl von Nachzucht ausgegangen und nicht nur von den Jungtieren einiger Paare.
Da die Australischen Schecken nur mit den besten Normal- oder Opalin-Vögeln verpaart werden sollten, können auch die nicht gescheckten Nachkommen erstklassige Schauvogel und wertvolle Zuchtvögel sein.

Es ist zu empfehlen, die Australischen Schecken in den Farben hellgrün, dunkelgrün, olivgrün, graugrün, himmelblau, kobalt, mauve, grau und violett zu züchten. Die Blaureihe auch in Gelbgesichtern, die sogenannten Dreifarbigen, z. B. Australische Schecke Gelbgesicht violett. 
Auch ein Zimt-Schecke ist ein schön aussehender Schecke, aber eine weitere Farbverdünnung als durch den Zimtfaktor würde ich nicht empfehlen. Aufgehellte, HelIflügel, Grauflügel, Rezessive Schecken und Falben sollten nicht in die Australischen Schecken eingekreuzt werden, da bei 
manchen dieser Farbschläge eine Scheckung kaum noch zu erkennen ist und sie für das Ausstellungwesen verworfen würden.

Albinos oder Lutinos sollten nur dann in die Australischen Schecken eingepaart werden, wenn sie von besonderem Typ sind. Man muß jedoch bei den aus diesen Verpaarungen fallenden Lutinos in Kauf nehmen, daß diese gelbe statt weiße Schwung- und Schwanzfedern haben, die nach der Standardbeschreibung nicht erwünscht sind.

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